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Versuchskarnickel

So, jetzt habe ich also einen eigenen Blog! Aber wie es sich anfühlt, mehrmals täglich seinen Blutzucker zu messen und sich zu spritzen, ständig zu überlegen, wieviel Kohlenhydrate hat das Essen auf meinem Teller wohl gerade, das kann ich nur erahnen. Das wollte ich gerne ändern.

Also habe ich hin und her überlegt, wie ich das ändern kann. In einem netten Telefonat mit der Animas-Außendienstmitarbeiterin von Saschas Insulinpumpe, erklärte ich ihr mein Problem und fragte, ob sie mir helfen kann. Sie fand meine Idee gut und wollte mich gerne unterstützen. Zum Glück hatte sie dann gestern auch noch kurzfristig Zeit für mich, so dass wir uns am frühen Nachmittag in Haan beim „goldenen M“ trafen. Meine Idee war nämlich folgendermaßen. Ich wollte gerne für eine Woche eine Insulinpumpe tragen, um einmal zu sehen wie das ist, immer etwas am Körper zu tragen und nicht einfach drauf los futtern zu können, wie es mir gerade passt.

Inzwischen war ich schon etwas aufgeregt und fragte mich, ob das nicht eine Schnapsidee war. Wer haut sich schon freiwillig irgendwelche Katheder in den Bauch, wenn es nicht sein muss. Aber wer A sagt, muss auch B sagen, also fuhren wir mit einer Insulinpumpe an Bord wieder zurück ins Bergische. Zu meiner großen Freude, gab es obendrauf noch ein CGM zur Probe. Juchu, nur zweimal am Tag zum Kalibrieren in den Finger pieksen und nicht unzählige Male.

manupump (2)Zuhause angekommen, wollte ich dann auch gleich loslegen. Wenn ich etwas Neues habe, muss ich immer alles SOFORT ausprobieren. Tja, nun stand ich da mit einem Teflonkatheder (mit Setzhilfe) in der Hand und wurde immer kleinlauter. Eigentlich habe ich keine Angst vor Nadeln, aber Blutabnehmen und Spritzen setzen, haben ja bisher immer andere bei mir gemacht. Ist schon etwas anderes, wenn man sich selbst pieksen soll. Sascha hatte sichtlich Spaß an meinem Zögern. Ich muss gestehen, die ihm dargebotene Schau lies auch keine Wünsche offen. Katheder ansetzen, quieken, Hand wieder runter, nochmal ansetzen, Lachflash, wieder runter. Hände waschen, weil diese vor lauter Aufregung völlig verschwitzt waren und ich dadurch immer wieder von der Setzhilfe abrutschte! Klappe 5, die 7.! Augen zu, Luft anhalten und mir selber sagen, dass ich ja wohl kein feiger Schisser bin. Zack! Das war es schon? Habe ich ja gar nicht gemerkt.

Da ich mich dank Saschas Pumpe ganz gut damit auskenne, hatte ich es auch schnell geschafft, die Pumpe zu befüllen (Kochsalzlösung) und einzustellen. Da ich eh gerade beim Pieksen war, hat Sascha mir dann auch gleich das CGM gesetzt. Ein kurzes Zwicken und es saß an meinem Oberarm. Leider gehört es auch dazu, das CGM alle 12 Stunden zu kalibrieren. Also in den Finger gepiekts, um Blutzucker zu messen. Nix! Kein Blut, auch nicht in Finger zwei, drei und vier trotz verschiedener Stichstärken. Na toll, Finger zu kalt und abwarten. Nach ca. ein bis zwei Minuten tropfte mir das Blut dann gleich aus vier Fingern, so dass ich freie Auswahl hatte. Die Nacht war erstaunlich ruhig und ich habe von meinem ungewohnten Begleiter nichts gemerkt.

manupumpHeute morgen habe ich dann beim erneuten Kalibrieren erst einmal eine nagelneue Stechhilfe geschrottet! Fand die eh doof! Außerdem habe ich an drei Fingern Hämatome vom pieksen. Ich weiß auch nicht, wie ich das schaffe, aber ich glaube falsch pieksen ist eher nicht möglich. Vermutlich liegt es daran, dass ich ziemlich anfällig für blaue Flecken bin. Umso mehr bin ich für das CGM dankbar.

manupump1 manupump2Eben habe ich in einem wirklich „harten“ Selbstversuch probiert, meinen Blutzuckerspiegel zu steigern, was sich mit einer funktionierenden Bauspeicheldrüse als ziemlich schwierig gestaltet. Um 11.47 Uhr bei einem Wert von 112 mg/dl einige Gummibärchen gefuttert, um 12.31 Uhr bei 131 mg/dl und um 12.35 Uhr bei 126 mg/dl seitdem sinkend. Aber ich bin heute Nachmittag auf einem Geburtstag eingeladen (übrigens bei Typ2 Diabetikern) und ich verspreche, mich durch sämtliche Leckereien durch zu testen, um dann später hier weiter zu berichten!

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Manuela ist passionierte Hunde Liebhaberin und Hobby Köchin aus Wuppertal. Vom Diabetes ist sie nicht betroffen, dennoch zog dieser ungeliebte Zeitgenosse zusammen mit ihrem Partner in ihr kleines Haus im Bergischen Land ein, in dem sie mit ihren Hunden wohnt. „Seit diesem Tag gilt es ein Maul mehr zu stopfen“, sagt sie mit einem Zwinkern und meint damit die Herausforderungen, vor die der Diabetes auch Angehörige stellt. Über ihre Erlebnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Diabetes berichtet sie hier auf ihrem Blog.

3 Kommentare

  1. Liebe Manuela, na das ist ja ein Zufall, dass wir beide beinahe zeitgleich mit unserem neuen Blog starten! Herzlichen Glückwunsch zu der tollen Idee! Ich werde deine Beiträge verfolgen und sie meinem Mann mal ans Herz legen. Viele Grüße aus dem Norden, Antje

  2. Definitiv eine coole Idee!
    Im letzten DiaLager für Kids bis 14 Jahre hatte die Lagerleiterin sich ab Mitte der Lagerwoche auch eine Insulinpumpe angelegt, musste immer wieder ihren Blutzucker messen. Ihre Blutzuckerwerte durfte Sie aber nicht verwenden um Kochsalzlösung zu spritzen, immer ein Kind gab ihr einen Blutzuckerwert vor, damit Sie auch etwas zu rechnen hatte 🙂
    Bei den Kids kam diese Aktion super gut an.

  3. wirklich eine coole Idee! musste ich erst auf der 5. Google Seite entdecken lernen. Gut Ding braucht eben Weile! schöne liebe Grüße aus dem Ruhrpott von Amelie! 🙂

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